Gebet zum Läuten der Glocken

 

Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser
erbarme Dich über uns und über die ganze Welt.
Sieh unsere Angst, sieh unsere Sorge.
Bewahre uns vor Leichtfertigkeit und allem Übermut und Besserwisserei.
Hellwach lass uns sein für alles, was um uns geschieht.
Hilf uns dabei, wir bitten Dich,
wirf Mut vom Himmel und hülle uns in Deinen Segen.
Amen.

Von Monsignore Stephan Wahl

 

Impuls der Woche – Ungeahnte Kräfte

(01.04.2020)

 

Eine Sondersendung jagt die nächste. Die Nachrichten sind voll von neuen Hiobsbotschaften aus dem In- und Ausland. Familien, die Sorge haben ihre Kinder zu betreuen, Firmen und Geschäfte schließen, selbst die Kirchen in Deutschland bleiben nicht verschont. Bereits jetzt sind die sonntäglichen Gottesdienste, die Kar- und Ostertage sowie die geplanten Erstkommunionfeiern in unseren Kirchen abgesagt. Scheinbar hat der Corona-Virus unsere Gesellschaft voll im Griff.

Aber in jeder Krise entdecken wir in unserer Gesellschaft kleine Hoffnungsschimmer, die uns Menschen weitertragen und positiv stimmen. Sei es der abendliche Applaus aus den Fenstern und von den Balkonen für die Menschen, die tagein und tagaus in den sogenannten „systemrelevanten“ Berufen da sind und versuchen den Auswirkungen der Pandemie zu trotzen, die kleinen Meldungen von der Hilfsbereitschaft junger Menschen, die für die Älteren einkaufen gehen oder das Glockengeläut am Abend mit der Kerze im Fenster und einem Gebet, das die Verbundenheit aller Christen in dieser schweren Krise zeigt. Die Liste von Aktionen, die derzeit wie ein „guter Virus“ durch Deutschland, das Saarland und die Gemeinde Beckingen gehen stimmt mich hoffnungsvoll. In dieser gemeinsamen Verantwortung, in der großartigen Solidarität den Mitmenschen gegenüber zeigen sich die ureigenen und gottgegebenen Charismen, Talente und Fähigkeiten. Ungeahnte Kräfte und Perspektiven kommen zum Tragen, die wir nicht nur für uns selbst, sondern zum Wohle aller einsetzen und einsetzen sollten. Gerade in der heutigen Zeit ist das Doppelgebot der Liebe umso wichtiger:

Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«

Ich danke allen für Ihr Tun, die große Herausforderung zu meistern. Lassen Sie uns neue Formen des Miteinanders entwickeln und lassen Sie uns niemanden vergessen! Denken Sie vielleicht heute Abend, wenn die Glocken läuten an Menschen, die die Hoffnung verloren haben und an die Menschen, die für uns in irgendeiner Weise sorgen. DANKE und bleiben Sie gesund!

 

Herzliche Grüße

Thomas Kaspar, Gemeindereferent

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"Beistand, Trost und Hoffnung"
Ein Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland
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