Glaubensimpulse

Ps. 111,2-3

Groß sind die Werke des Herrn,
erforschenswert für alle, die sich an ihnen freuen.
 
Hoheit und Pracht ist sein Walten,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.

Gesegnete Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
den Menschen seines Wohlgefallens.
Lk 2,14
 
Gesegnete Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!
Christi Frieden im Großen wie im Kleinen!

Be-Achtung

Als Papst Johannes XXIII noch Bischof von Venedig war und noch nur Angelo Giuseppe Roncalli hieß, wurde bei ihm der Fall eines Pfarrers bekannt, der ein sehr liederliches Leben führte. Er ließ sich zu diesem Priester fahren; der war aber nicht im Pfarrhaus, sondern trieb sich in einer Kneipe herum. Während der Bischof auf ihn wartete, suchte sein Fahrer den Pastor auf und brachte ihn zurück ins Pfarrhaus. Dort habe der Bischof den Priester angeschaut und gesagt: „Mein Sohn, ich muss bei dir beichten“.


Nun wissen wir freilich nicht, was der spätere Papst bei diesem verkommenen Priester gebeichtet hat; aber es geht um die Haltung, mit der Bischof Roncalli ihm begegnet ist. Er hat ihn eben nicht einfach nur den Kopf gewaschen und Vorwürfe gemacht. Er hat ihn nicht als armen Sünder, sondern als Mitbruder behandelt. Damit hat er ihn ernst genommen und ihn an seiner priesterlichen Würde angesprochen. Ich muss bei dir beichten – an mir sollst du dein priesterliches Amt vollziehen. Deine priesterliche Aufgabe ist es, Menschen die Vergebung Gottes zu zusagen. Du hast als Priester diese wunderbare Gabe, also setze sie auch um.
Und noch was: Roncalli öffnet sich. Er beichtet. Er erschließt damit sein Innerstes, seine falschen Gedanken, seine sprachlichen Entgleisungen, seine Lieblosigkeiten im Umgang mit anderen Menschen. Er zeigt somit seine eigene Verletzlichkeit und Schwäche.
Ich weiß nicht, was nach dieser Anekdote aus dem Priester geworden ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass es eine Sternstunde für ihn gewesen ist, eine Zeitenwende in seinem Leben. Und so eine Zeitenwende hörten wir auch im Evangelium (Lk 1, 26-38): in Marias Leben tritt ein Engel. Er trat bei ihr ein, heißt es. Er unterbricht damit ihren Alltag, ihren geplanten Tagesablauf, wirft bei ihr alles übereinander. Maria erschrickt, denn die Erscheinung eines Engels ist nicht niedlich. Vielmehr bricht da eine höhere Macht in ihr Leben ein, eine Macht, die sie nicht kontrollieren kann.


Aber der Himmel öffnet sich ihr mit einer Gabe, die zugleich Aufgabe ist. Das Leben eines Kindes wird ihr anvertraut – doch hat sie dieses Kind nicht einfach nur für sich. Sondern das Kind wird zur Gabe für die Welt. Sie muss ihren Sohn der Menschheit zurückgeben.
Was der Engel Maria verkündet hat ist mehr als nur die Nachricht, dass sie nun Mutter wird. Was in der eingangs erzählten Anekdote von Bischof Roncalli gesagt worden ist, ist mehr als bloße Menschenfreundlichkeit. Es geht um die Achtung eines Menschen. Es geht um die Beachtung seiner Talente, seiner Begabungen. Deine Gabe soll zur Aufgabe für die Welt werden.

 

Ein befreundeter Pastor

Ps. 8,3-4 u. 10

 

Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger,

Mond und Sterne, die du befestigt.

 

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

 

Herr, unser Herr,

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

Carpe diem - nütze den Tag

 
Wissen Sie noch, was Sie am 23. September gemacht haben?

Ich kann mich noch gut erinnern. Ein alter Freund hatte Geburtstag, den ich leider nicht telefonisch erreicht habe. Dann habe ich eine Trauung gehalten und bin anschließend nach Hause gefahren, wo mein Bruder seinen 50. Geburtstag nach gefeiert hat. Es war ein wunderschöner Tag: die Sonne schien mild, ich spazierte durch das Dorf, in dem ich aufgewachsen war. Ich traf Kinder, die ich von den dortigen Messdienern kenne; begegnete alten Leuten, die mich noch als Kind kannten; alten Schulfreunden, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, fiel ich um den Hals. Und es tat gut, wieder im Kreis der Familie zu sein.
Der 23. September war ein außergewöhnlicher Tag. Auch deswegen, weil von ihm etwas ganz Besonderes im Vorfeld behauptet worden ist. Etliche erklärten - vor allem im Internet - an diesem Tag würde die große "Entrückung" statt finden. Jesus käme an diesem Tag wieder, würden die Menschen um sich sammeln, sie in die Ewigkeit bringen - und die Welt, wie wir sie kennen, fände ein Ende.
Nun ist das tatsächlich ein uralter Gedanke des christlichen Glaubens. Im apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es: "Von dort wird es wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten". Und im vorletzten Satz der Bibel heißt es: "Komm Herr Jesus". (Offb 22,20)
Aber im Evangelium wird auch ganz klar gesagt: "Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand" (Mk 13, 32). Und nachher: "Ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt". (Mk 13, 35). Wenn Jesus im Unklaren darüber lässt, wann er wieder kommt, dann hat das seinen Grund. Jeder Tag kann der Letzte sein. Darum sollen wir jeden Tag sinnnvoll gestalten und wie eine Goldmine nutzen.
Wenn du dich von einem Familienangehörigen verabschiedest, tu es herzlich;
wenn die Sonne mild dir scheint, genieße es;
wenn du einen Freund triffst, umarme ihn;
wenn du mit einem in Streit liegst, versöhne dich.
Ja, nütze jeden Tag, als sei es der Letzte: jeder Tag sei außergewöhnlich.

 

Ein befreundeter Priester

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Ich habe doch nix gemacht!

 
Jeder, der mit Kindern zu tun hat, kennt diesen Spruch zur Genüge. Da tobt irgendwo heftiger Streit, eine Vase geht lautstark zu Bruch, eine Regierungskoalition kommt nicht zustande - und: "Ich habe nichts gemacht, das waren die Anderen". Und der "Schwarze Peter" wird weitergereicht; Schuld sind immer die Anderen.


Nicht nur bei Kindern; auch bei Politikern, Kriminellen, oder bei wemauchimmer wird eigenes Fehlverhalten nicht eingestanden. Stets heißt es dann: Ich habe doch nichts Böses gemacht. Und oft höre ich das von Gläubigen: Ich habe niemanden getötet, ich habe nicht die Ehe gebrochen, ich habe nicht gestohlen. Sie hätten keine Sünde getan. Papst Franziskus hat aber neulich noch einmal auf den Gedanken der Unterlassungssünde hingewiesen. Wer das Gute nicht tut, der begeht auch eine Sünde. Nichts tun heißt sündigen.
Im Evangelium vom Weltgericht werden denn auch einige Fälle (Mt 25, 31 ff.) aufgezählt:
Hungernde speisen, Fremde aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke und Häftlinge besuchen.
Man könnte ergänzen: Beten, den Mund gegen Mobbing aufmachen oder statt zu fotografieren verunglückten Menschen am Straßenrand zu helfen.


In vielen Beziehungen ärgert das den Partner am meisten, wenn er (o.k., meistens ist es sie) keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt bekommt. Dann ist die Partnerschaft so selbstverständlich geworden, dass sie erkaltet. Die Frau/der Mann fühlt sich nicht mehr geschätzt, nicht mehr als wertvoller Mensch. Der Andere kann sich herausreden, indem er sagt: Ich habe doch nichts gemacht. Aber gerade das Nichtstun, die mangelnde Aufmerksamkeit ist daran schuld, dass der Partner leidet und sich minderwertig vorkommt.


Nichtstun ist Sünde.


Ein Mann klagte mal Gott an: "Warum lässt du das Böse in der Welt zu? Was machst du gegen Hunger, Krieg und Armut?" Und Gott antwortete. "Dasselbe wollte ich Dich fragen: warum lässt DU da zu? Denn ich habe DICH gemacht, um gegen Hunger, Armut und Elend zu wirken."

 

Ein befreundeter Priester

Stärke

 

Alptraum Prüfung: Noch heute plagen mich zuweilen diese Träume. Ich bin nach längerer Zeit wieder in der Schule, und es stehen Prüfungen an, für die ich nicht vorbereitet bin. Und dann beschleicht mich wieder diese Angst von früher: Kann ich genug, habe ich genug gelernt?
Ich weiß auch von Anderen, dass sie diese Prüfungsangst alter Tage immer wieder heimsucht. Verstärkt wird diese Beklemmung für einen frommen Christen, wenn er im Neuen Testament Mt 25, 31 ff. liest. Auch da geht es um Prüfung, und zwar die letzte, die uns ansteht. Der Mensch steht vor dem Herrn und muss ihm Rechenschaft geben. Im großen Weltgericht werden wir gefragt, wann und wo wir für unsere Mitmenschen da waren. Mit diesem Bild, dass wir Rechenschaft geben müssen über unser Benehmen, ist denn auch Jahrhunderte lang den Christen Angst gemacht worden: Eigentlich ist das fatal. Es ist ja ein guter Gedanke,
dass ich Verantwortung für mein Handeln übernehme;
dass ich mein Verhalten dem Mitmenschen gegenüber bedenke;
dass nicht ich nicht nur an mich denke, sondern stets dem Nächsten begegnen soll.


Aber von dieser positiven Gewissensbildung bis hin zur quälenden Angst, ob ich dem Anspruch gerecht werde, ist es nur ein kleiner Schritt.
Es tut gut daran zu denken, dass vor dem Evangelium vom Weltgericht die Erzählung von den Talenten steht (Mt 25, 14 ff.). Auch hier steht der Herr vor dem Menschen und verlangt Rechenschaft: hier kommen nun aber ganz andere Fragen.
Jetzt wird der Mensch zuerst daran erinnert, dass er von seinem Herrn Talente bekommen hat. Ein Talent war in der Antike eine Zahlungseinheit; im Gleichnis meint Jesus aber damit eine Stärke, eine besondere Begabung. Erst seit diesem Evangelium meinen wir mit "Talent" immer "besondere Begabung". Und dieses Talent wurde uns von Gott geschenkt: zuerst steht also das Geschenk, dann erst die Verantwortung. Zuerst die Gabe, dann die Aufgabe.


Als ich noch vor 20 Jahren Einstellungsgespräche zu führen hatte, stellte ich diese Frage: "Wo liegen ihre Stärken? Was können Sie besonders gut?" Das sorgte zunächst für Verblüffung; dann aber zauberte sich ein Lächeln über den Kandidaten, die Kandidatin und erlöst erzählte sie/er. Aber jede Gabe ist eine Aufgabe. Wenn ich etwas mit Freude tue, weil ich es gut kann, dann mag ich es auch mit Freude umsetzen.


Und Sie? Was können Sie besonders gut? Mit welcher Gabe hat Sie der Herr beschenkt?
Wenn Sie gut zuhören können, sind Sie ein guter Seelenbegleiter für Mitmenschen, denn die Welt braucht "Ohren". Wenn Sie ein guter Handwerker sind, dann helfen Sie ihren Mitmenschen. Wenn Sie ein guter Sportler sind, dann zeigen Sie es auch; denn Viele erfreuen sich am Anblick sportlicher Leistung ( o.k., zugegeben: ich nicht. Aber die Menschen sind ja verschieden). U.s.w. Ihre Freude ist die Freude Anderer.
In New York wurde nun ein Bild von Leonardo da Vinci versteigert für sagenhafte 380 Millionen Euro (450 Millionen Dollar) verkauft. Das Bild zeigt den Erlöser der Welt: Jesus Christus. Den Erlöser Jesus kann jeder von uns umsonst haben!

 

Ein befreundeter Priester

Ps. 90,12

Unsere Tage zu zählen lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.

Christliche Liebe

Liebe: ein großes Wort. Und deswegen so oft missbraucht oder in den Schmutz gezogen. Es gibt eben leider nichts Positives, das nicht auch ins Negative umkippen kann. Liebe empfindet das Kind, das von aufmerksamen Eltern umgeben ist. Und es wird diese Liebe beantworten. Liebe empfinden zwei Menschen zueinander - seelisch und körperlich. Liebe gibt es in Familien, unter Freunden, unter Gleichgesinnten. Ich kann ein Tier lieben, meine Heimat, ein bestimmtes Urlaubsland.


Und ich kann Gott lieben, weil auch er mich liebt.
Nun gibt es Menschen, die vorbildlich sind in ihrem Glaubenseifer. Die für ein Gebetshaus alles tun. Die für ihre Glaubensgemeinschaft alles opfern würden, die stundenlang das Gebet pflegen, die regelmäßig zum Gottesdienst gehen, die sich ganz für ihren Gott verzehren – aber blind sind für ihre Mitmenschen, vor allem für die, die anders sind als sie selbst. Glaubensfanatiker – bei fast allen Religionen zu finden. So wie neulich in Moskau, wo christliche Fanatiker mit Brandanschlägen auf einen Film über ihren heiliggesprochenen, letzten Zaren reagiert haben. Muslim, die mit dem Ruf "Gott ist groß" sich in die Luft sprengen und dabei spielende Kinder mit in den Tod reißen; fromme Eltern, die ihre Töchter verstoßen, weil die zu früh ungewollt schwanger werden; Gläubige, die für ihr Gotteshaus über Leichen gehen u.s.w.
Sie lieben Gott, aber die Menschen sind ihnen egal.


Ich weiß von Menschen, die ganz aufgehen im Dienst an den Nächsten. Die dir freundlich begegnen, die sich aufopfern für Menschen in Not, die sich einsetzen für Hungernde in Afrika und Asien, die als Arzt oder Entwicklungshelfer in Lateinamerika für die Ärmsten da sind – aber Gott ist ihnen egal. Ja, sie machen Witze über Kirche und Glauben, sie machen sich lächerlich über unser Gebet, für Gottesdienste haben sie nur ein müdes Lächeln übrig.


Der Christ bekommt im Evangelium den Mittelweg gezeigt. Er muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Liebe zu Gott muss sich am Mitmenschen beweisen, sonst ist diese Liebe unmenschlich. Liebe zum Mitmenschen muss an Gott sich festmachen, sonst ist sie gottlos.
Wer nur Gott liebt, den Mitmenschen aber verachtet, der ist nicht fromm; der glaubt an ein Monstrum. Denn in Jesus Christus steht Gott auf der Seite der Menschen. Wer aber nur den Menschen liebt und Gott verachtet, dessen Liebe ist haltlos und ohne Orientierung.
Gott liebt den Menschen; und ich darf nichts verachten, was Gott liebt.
Wer Gott liebt, der muss auch den Menschen lieben. Gottesliebe und Nächstenliebe gehören zusammen.
Das Eine ist ohne das andere nicht zu haben.

 

Ein befreundeter Priester

Wir suchen DICH!  

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